Montag, 17. Juni 1996 DM3,80 SF4,10 ÖS30,00 Seite 1 BLÖD Abhängig, Parteiisch und Überhaupt


DIE ROCKER DRÄNGEN IN DEN SÜDEN!

Rocker in der Schweiz - Vorabdruck der BLÖD vom 1.Oktober 1996

MarL - Von unserem Süddeutschland-Sonderkorrespondenten Harry Schnell-Hurtig aus Freiburg.

Nachdem im März das Unheil bereits über Saarbrücken, Aachen und Köln gekommen war, nachdem die Rocker in Worms und bei Nürnberg gewütet hatten, scheinen sie sich nun südwärts zu wenden.

Wie uns gestern erst ein Informant mitteilte, soll es im Oktober "irgendwo in der Nord- oder Zentralschweiz" wieder zu einem der inzwischen gefürchteten Treffen kommen. Dieses Oktobertreffen soll bereits das zweite seiner Art sein! Die erste Ausgabe habe schon letztes Jahr stattgefunden, als sich die Gruppe noch nicht radikalisiert hatte und auch noch Umgangsformen beherrschte. Nichtsdestotrotz war das Thermalbad, welches damals besucht worden war, wegen eines Brandsatztes wenige Wochen später beinahe auf die Grundmauern niedergebrannt! Und dieses Jahr wollen die Rocker wieder dahin! so berichtete uns der reuige Rocker, und wieder sei geplant, die Kuranlage in Schutt und Asche zu legen!

Auf die Frage nach dem Ort umschrieb der Informant vage die Anfahrtsroute, zu einem Dorf im "Stumpenland". Recherchen unsererseits ergaben dann, daß es sich hierbei um Reinach (AG) handeln dürfte, dem Zentrum einer Agglomeration von rund 20'000 Einwohnern ca 30 km nördlich von Luzern. Der Informant erzählte auch von einem Pfadfinderheim vor Ort und erwähnte in seinervöllig wirren Redeflut immer wieder das Kürzel "SW-II '96".

Wie der seit Worms immer bei Recherchen rund um die Rocker anwesende Psychologe Dr.Prügelpeitsch diagnostizierte, dürfte der wirre Geisteszustand des Informanten von einer Gehirnwäsche herrühren. Welche brutale Sitten müssen in dieser Clique herrschen !

Dem Gestammel des Rockers konnten wir weiter entnehmen, daß alle größeren Orte rund um das Stumpenland heimgesucht werden sollen: Aarau, Lenzburg, Luzern, Zug, Zürich. Die Rocker schrecken offenbar vor nichts zurück.

Die Kantonspolizei Aargau nahm unseren Hinweis dankend entgegen und erläuterte uns das aufwendige Alarmierungssystem, welches nun in Gang gesetzt würde. Die selbst für schweizerische Verhältnisse minutiös geplanten Vorgänge resultieren in einer absoluten Bereitschaft der Bevölkerung, blitzartig in den zuvor hergerichteten Schutzräumen Zuflucht zu suchen, sobald sie dazu über das Radio aufgefordert werde.

Sämtliche Zollbeamten, die wir in Basel auf die Gefährdung ansprachen, wollten keinen Kommentar abgeben. Ein einziger jedoch, unter Zusicherung der Wahrung seiner Anonymität, war bereit, ein paar Worte zu sagen:

BLÖD: Wissen Sie von der bevorstehenden Bedrohung?

Z: Offiziell ist noch nichts zu uns durchgedrungen, aber in der Kantine wurde schon das eine oder andere herumgeboten.

BLÖD: Welche Strategie werden die Grenzposten den Rockern entgegenstellen?

Z: Da weiß noch niemand Genaues. Ich wäre dafür, alles zu räumen und die Rocker unbehelligt einreisen zu lassen, damit man sie im Hinterland in eine Falle locken könnte.

BLÖD: Werden Sie dabei sein?

Z: Ich? Ich habe bereits für den ganzen Oktober Urlaub genommen.

Die Evakuierung des Stumpenlandes wird angegangen. Armee, Polizeigrenadiere und Zivilschutz-Dienste sind aufgeboten und beginnen schon mit dem Herrichten der Schutzräume.

Der Polizeikommandant des Kt. Aargau versicherte uns, daß seine Leute nunmehr am Ball bleiben würden. Man würde mit Aachen, Köln und Worms Kontakt aufnehmen und die bereits vorhandenen Informationen sammeln, auswerten und auf dem Internet unter der Adresse

http://dewww.epfl.ch/~luthi/deutsch/sw_ii.html#96

publizieren. Sachdienliche Hinweise aus der Leserschaft können ebenda deponiert werden.

Lesen Sie Bald in BLÖD: Schrecken im Stumpenland, die Rocker wüten in der Schweiz!

BLÖD bleibt für sie im Einsatz!



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