mpetr - Wie uns soeben die Lokalredaktion "Tiefer Niederrhein" meldet, ist ein erneuter Anschlag auf einen mutmasslichen Rocker gescheiter. Hier der Beitrag unserer Kollegen zum Hergang:Donnerstag, 11. Juli 1996 DM3,80 SF4,10 ÖS30,00 Seite 1
Abhängig, Parteiisch und Überhaupt
ERNEUTER ANSCHLAG AUF ROCKER GESCHEITERT!Buergerwehr versuchte einen mutmasslichen Rocker zu ueberwaeltigen!
M.-Gladbach. Mitglieder einer anonymen Buergerwehr versuchten heute mittag vergeblich, einen mutmasslichen Rocker zu ueberwaeltigen! Jedoch gelang es nicht, Diesen - trotz eines von langer Hand vorbereiteten Planes - in Gewahrsam zu nehmen. Nach mehrtaegiger Observation durch die auf Wunsch nicht genannten Mitglieder der Buegerwehr ergab sich heute nachmittag die langerwartete Moeglichkeit des Zugriffes: Der mutmassliche Rocker (Einzelheiten ueber die Identitaet sind bislang nicht bekannt) befand sich offensichtlich zwecks Terrorisierung der Passanten innerhalb der oertlichen Fussgaengerzone und lies dabei unerwartet sein Motorrad unaufbesichtigt zurueck.
Diese Gelegenheit nutzten die Mitglieder der Buergewehr zum Anbringen einer technischen Vorrichtung, die ueblicherweise zur Sicherung von Bremsscheiben gegen Diebstahl verwendet wird. Als der mutmassliche Rocker zu seinem Gefaehrt zuruckkehrte, startete er Dieses unter frenetischem Gejubel (laut Ohrenzeugen: "Ey geil, beim ersten Kick!"), um offensichtlich vehement zum naechsten Ort seiner ueblen Machenschaften zu gelangen. Jedoch wurde seine Fahrt unmittelbar durch ein blockierendes Vorderrad gestoppt. Obwohl die von der Buergerwehr angebrachte Sabotageeinrichtung ein Umkippen des martialischen Gefaehrts erzwang, gelang es bedauerlicherweise dem Rocker, unter vollem Koerpereinsatz weitere Schaeden an seinem Teufelsgeraet zu vermeiden.
Ca. ein halbes Dutzend zufaelligerweise anwesender Bauarbeiter zoegerten nicht, sofort auf den unter seinem Motorrad hilflos eingeklemmten Rocker einzutreten. Tragischerweise waren diese in Unkenntnis der Tatsache, dass der Rocker eine sogenannte "Enduroprotektorenjacke" trug und diese zum Selbstschutz missbrauchte. Dadurch kam es bei den tapferen Bauarbeitern zu schwerwiegenden Verletzungen im Faust- und Knoechelbereich, so das Diese letztendlich die Flucht ergreifen mussten. Dem Rocker gelang es darauf, sich aus seiner misslichen Lage zu befreien.
Er nutzte das aus seinem Tank auslaufende Benzin - angesichts des Fassungsvermoegens von knapp 30 L muss man davon ausgehen, dass es sich um einen Spezialumbau handelt, der den Rockern bei Ihren diversen Brandschatzungen als Brandbeschleuniger-Reservoir dient - um es mit der unter seinem Helm glimmenden Zigarre zu entflammen. Das durch den darauf einsetzenden Grossbrand mit Schaeden in Millionenhoehe entstandene Chaos nutze der Rocker geschickt zum Rueckzug. Zwar konnte anhand der zerborstenen Glasscheiben seine Spur bis an die Stadtgrenze verfolgt werden, verlor sich aber dann, obwohl das am Strassenrand verendete Nutzvieh fuer einige Kilometer seinen Weg saeumte. Sachdienliche Hinweise nimmt (natuerlich anonym) jede Polizeidienststelle entgegen.
Aufgrund der nun befuerchteten Rachfeldzuege seitens der unheimlichen Rockerbande muss man jetzt auch am linken Niederrhein um sein Leben bangen. Wir, die Lokalredaktion "Tiefer Niederrhein" empfehlen jedem Buerger, sich in den naechsten Wochen nur unter aeusserster Vorsicht auf die Strassen zu begeben. Nach Einbruch der Daemmerung sollten Sie niemals alleine das Haus verlassen. Wenn sie verdaechtige Gerausche wahrnehmen (zB. Donnergrollen, haemisches Gelaechter), suchen Sie sofort den naechsten oeffentlichen Bunker auf!
Sollte sich weitere Erkenntnisse ergeben, halten wir Sie natuerlich auf dem Laufendem.
Lokalredaktion "Tiefer Niederrhein", immer fuer Sie am Ball!
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