has - Nachdem unser in die Reihen der Rocker eingeschleustes Reporterteam grauenvoll zugerichtet in Krankenhäusern in ganz Deutschland aufgefunden wurde, haben wir ein weiteres Repoterteam unter starkem Polizeischutz vor Ort gebracht:Mittwoch, 30. Mai 1996 DM3,80 SF4,10 ÖS30,00 Seite 1
Abhängig, Parteiisch und Überhaupt
Vorläufiger Bericht der AntiterrorgruppeDas Polizeipräsidium Worms-West nimmt Stellung zu unserem gestrigen Bericht
Wie neuste Ermittlungen ergeben haben, soll das erste Reporterteam in ernstem konspirativen Kontakt mit den Rädelsführern gestanden haben. Aus diesem fraternativem Zusammenrotten entstand aber relativ schnell Zwist, als die Alkoholvorräte abebbten.
Wir stehen hier zwischen den Rauchenden Trümmern einer Reitanlage in Worms-Pfeddersheim. Die Polizei steht vor einem Rätsel: Was ist hier passiert? Fassungslosigkeit bei allen Anwesenden ob der Verwüstungen im Umkreis von vielen Kilometern. Während die Polizei die Strassensperren abbaut, die Bevölkerung aus den Kellern kommt und die Feuerwehr die letzten Reste der Reitanlage zu retten versucht, blenden wir zurück:
Vom Sondereinsatzkommando "Terrorismus in Pfeddersheim" kommt soeben die Entwarnung. Mit unmittelbaren, neuerlichen Krawallen sei diese Woche nicht mehr zu rechnen. Die Rockergruppe hat sich in verschiedene Regionen der Bundesrepublik zersplittert. Das Wiener "Ortskommando der Gendarmerie gegen organisiertes Rocken" ist mit seinen Ermittlungen den Wormser Behörden zu Hilfe gelangt. Es wurde ermittelt, dass einzelne Subjekte und Vortäuschung anderer Anreisemittel sich im Wiener Vorstadtgebiet aufhalten, um eine Störung der sommerlichen Alpenlandschaft vorzubereiten.
Bereits in den letzten Wochen waren Gerüchte aufgetaucht, dass sich etwas anbahnte. Plötzlich und ohne Vorwarnung war zunächst ein
Die Polizei war rechtzeitig informiert worden, konnte aber erst relativ spät aktiv werden, da sich der organisierte Terror modernster Computerkommunikations- mittel bedient, die unserem Beamtenapparat überfordern.
gelb-blaugrünes Motorrad aufgetaucht welches anscheinend die Gegend
Dieses Motorrad schien sich einer Tarnvorrichtung zu bedienen, die es unseren, vor Ort anwesenden Ermittlern erschwerte, das KFZ-Zulassungskennzeichen zu identifizieren. Das Motorrad hüllte sich urplötzlich in eine dichte blaue Wolke aus abgebranntem Kautschuk.
erkundete. Im Laufe der folgenden Tage wurden noch weitere Rocker gesichtet: Zwei schwarze Höllenmotorräder, wovon eines unter lautem Brüllen und Qualmen durch Worms pflügte, das andere anscheindend gerade aus einer schweren Schlacht heimkehrte. Während diese beiden nur einmal gesichtet wurden, versuchte die Polizei vergeblich ein rotes kaum höhrbares Motorrad, welches sich jenseits aller Verkehrsregeln bewegend immer öfter in Worms auftauchte, zustellen. BLÖD konnte nach langem suchen einen Augenzeugen finden der trotz fürchterlicher Angst zu einem interview bereit war.
Die Ermittlungen sind hier in eine Sackgasse gelaufen, weshalb wir dringend aus die Zusammenarbeit mit der verstörten Bevölkerung hoffen.
BLÖD: Was ist geschehen?
Die Aufräumungsarbeiten dauern noch an. Zum jetztigen Zeitpunkt kann noch keine Aussage seitens der Behörden dazu gemacht werden.
AUGENZEUGE: Ich stand friedlich am Fenster als auf einmal vier Motorrader um die Ecke schossen. Auf ein lautes Signal hin hielten sie ein paar Meter von mir entfernt an. Alle scharten sich um den offensichtlichen Anführer und sein knallrotes Motorrad. Nach einem Donnergollen deselben stürmeten sie einen benachbarten Eisenwarenladen und legten diesen in Schutt und Asche. Es war furchtbar ...
Der Besitzer des Eisenwarenladens ist verschwunden. Lediglich ein Abschiedsbrief deutet auf ein depressiven und furcherfüllten Suizid hin.
Unser Augenzeuge musste leider mit Schreikrämpfen abtransportiert
werden. Wir konnten aber noch in Erfahrung bringen, dass am Motorrad des
Anführers ein einer Panzerfaust ähliches Rohrstück befestigt wurde,
worauhin dieser sich wieder beruhigte und sein Brüllen einstellte.
Nach diesem Ereignis liefen umfangreiche Massnahmen zum Schutz der
Bevölkerung an um für das komende gerüstet zu sein.
Die Behörden hatten den Notstand ausgerufen und haben in treuer Sorge um die Bevölkerung alle menschenmöglichen Schritte ergriffen, um der Lage Herr zu werden. Die Polizeiführung weisst jegliche Vorwürfe der eigenen Unfähigkeit weit von sich. Unter Anbetracht der Durchorganisierung der aufrührerischen Elemente ist es schwierig abzuschätzen gewesen, worin alles gipfeln würde.
Am Freitag vor Pfingsten fingen die Ereignisse an sich zu überschlagen. Zunächst fand der bereits geschilderte Überfall auf einen Getränkehändler statt. Trotz eiligst aufgebauter Polizeisperren konnte
Die organisierten Banden verfügten anscheinend über geländetaugliches KFZ, welches unseren überaus modernen BMW-2-Ventil-Boxer-Motorrädern in diesem Bereich anscheinend überlegen waren.
sich dann ein Rocker als harmloser Östereicher getarnt mit seinem Bus nach Pfeddersheim schleichen. Dann passierte es: Um exakt 18.oo Uhr durchbrachen tausende von Rocker auf Ihren Motorräder die Absperrungen rund um Worms und schnitten es von der Aussenwelt ab ... Wir, die Polizeiführung, hatte die Katastrophe stets im vollen Würgegriff!
Die Wiederbelebungsversuche unseres ersten Reporterteams laufen auf Hochtouren, damit wir die weiteren Ereignisse rekonstruieren können.
Sofern die psychologische Genesung des Reporterteams Fortschritte zeigt, werden wir mit intensiven Verhören beginnen. Durch unser kriminalistisches Gespür werden wir die Geschehnisse schnell vertuschen - äh - aufklären.
Der Pol.-Präs. von Worms-West Rainer Wahnsinn
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