| Donnerstag, 15. Mai 1997 | DM3,80 SF4,10 ÖS30,00 | Seite 1 |
Ulmer TAGBLATT
| Desert vernascht Susi! |
| Sommerfreuden jäh gestöhrt! |
ChN - Mitten an einem friedlichen Mittwoch überfiel eine internationale Rockertruppe das friedlich im Sonnenschein ruhende Ulm, einige Wolken am Himmel kündeten schon das kommende Übel an. Gegen abend rotteten sie sich im Lokal 'Tagblatt' zusammen und pressten den wehrlosen Bedienungen Essen und Trinken ab, das sie auf der Suche nach den vor Angst geflüchteten Gästen mehrmals an den Chaoten vorbeitrugen.
Gegen Ende des Gelages faßte einer der Rüpel, Codename desert, dem Vernehmen nach einer der sogenannten 'Süssen' der Truppe, den Entschluß, Susi zu vernaschen . Gesagt, getan, besagte Susi war schnell herbeigeschafft, der dunkelblonde, eigentlich recht unschuldig aussehende Gewalttäter riß dem Opfer die weiße Oberbekleidung vom Leibe und wühlte mit glänzendem Folterwerkzeugen in den Innereien von Susi, die sich nicht mehr wehren konnte, umeinander. Danach wurde sie auf klassische Weise vernascht. Mehr können wir zu diesem schrecklichen Vergehen nicht sagen, außer daß das Opfer am Anfang noch recht cool agierte, und im Lauf der Zeit immer mehr dahinschmolz. Ein Akt der Verbrüderung mit dem Feind? Kopenhagener Syndrom? Wir wissen es nicht.
Das Trauma, das dieses abscheuliche Untat bei der Ulmer Bevölkerung hinterlassen hat, wird die Freuden des gerade begonnenen Sommers stark mildern, kein noch so starker Sonnenschein wird in dieser einst fröhlichen Doppel-Stadt an der Donau wieder ein Lachen erklingen lassen, die Einwohner sind noch total verstört. Dies wurde noch durch vier dieser Rabauken verstarkt, die danach den Straßenverkehr zum Erliegen brachten und den braven Bürgern auch noch die Flucht aus der belagerten Heimatstadt unmöglich machten.
Dann trafen sich die nicht mehr ganz so jugendlichen Verbrecher in einer konspirativen Wohnung, wo zuerst der Hausbesitzer Zivilcourage zeigen wollte, aber dann ganz kleinlaut abzog, als er erkannte in welche Gefahr er sich beinahe hineinbegeben hätte. Mit dabei war die stadtbekannte Rockerlady M (der volle Name ist der Redaktion bekannt, aber wir weigern uns aus Selbstschutz ihn zu veröffentlichen) mit der nicht gut Kirschen zu essen ist. Laut eigener Aussage des Hausherren aber planen die Rocker nicht Ulm für längere Zeit zu besetzen, oder es gleich in Schutt und Asche zu legen, aber ob man solchen Beteuerungen glauben kann oder ob sie nicht vielleicht nur Ulm nur für einige Zeit aufsparen wollen? Über Pfingsten sei angeblich eine Stadt im Westen Deutschlands an der Reihe. Wir fühlen mit deren Bewohnern mit, aber sind gleichzeitig froh, denn ihr Opfer wird uns die Zeit geben, Ulm geordnet zu evakuieren. Andere Chancen auf ein Überleben sehen wir in der Redaktion nicht. Mitbürger, bewahrt guten Mut, die kommenden Zeiten werden schwer werden.
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