| Montag, 30. Juni 1997 | DM3,80 SF4,10 ÖS30,00 | Seite 1 |
Presse Neues Passau
| Rockerszene in Bayern! |
| Presse Neues Passau Reporter in Augsburg vor Ort! |
ChN - Aus wie gewöhnlich gut informierten Kreisen bekam ich den heißen Tip, daß nach den Angriffen auf die Metropolen in Bayern, speziell Muenchen und Nuernberg- Fuerth- Erlangen, die Rocker auch die kleineren Städte terrorisierenen wuerden - in streng alphabetischer Reihenfolge. Um unser schönes Passau auf derartigen Unbill vorzubereiten, wurde ich nach Augsburg geschickt, um die Lage zu sondieren, so daß geeignete Gegenmaßnahmen entwickelt werden können, sobald die Reihe ans P kommt.
Nachdem bakannt war, daß die Tarnung der Rocker - sie bilden nur den Vortrupp zu einer Großoffensive - ein Umzug einer ihrer subversiven 'Bräute' sein sollte, beschloß ich mich dort einzuschleusen, vorgeblich um beim Kistenschleppen mitzuhelfen. Aber um nicht ganz wehrlos zu sein, nahm ich noch eine nahkampferfahrene Kollegin, getarnt als meine Verlobte, und Vincent, einen erfahrenen Polizeihund als Unterstuetzung mit. Die Ruepel hatten zwar nicht viel mit Kistenschleppen im Sinn - außer den Kisten, in denne sie ihre Terrorgeräte mitbrachten, und ließen meine Kollegin bis zur Erschöpfung arbeiten, während sie kästenweise Bier und harte Alkoholika tranken. Auf diese Unterstuetzung konnte ich also kaum mehr zählen.
Nachdem der vorgebliche Umzug beendet war, versperrte der Lieferwagen gekonnt einen Schleichweg der Polizei, der damit schnelles Eingreifen unmöglich gemacht wurde. Der Plan, in der konspirativen Wohnung zuzuschlagen, war damit vereitelt. Dies wurde alsbaldigst ausgenutzt, die Rocker stimmten sich auf ihren Feldzug ein, zwei ihrer Mitgliederinnen, zeigten seltsame Kampftechniken, getarnt als Tänze, die sie später in der Fußgängerzone zum Teil wieder aufführten, einer drehte sich um südeuropäische Alkoholika, die Wirkung auf die dort zum Fest versammelten Bürger von Augsburg war verheerend: Kaum hatten die Täter ihr Werk begonnen schon wandelte sich die vormals frohe Stimmung in Panik um, und eine Massenflucht folgte, bei den Augsburgern führte diese Aktion zu Unwohlsein, teilweise hin bis zum Erbrechen!
Mein treuer Kampfhund wurde dafür auch unschädlich gemacht, stranguliert durch Packriemen und quer über den Platz geschleudert, während die Rocker ihr zerstörerisches Werk vollbrachten, war er zu durcheinander, um helfend eingreifen zu können. Kurze Zeit später lockten die Verbrecher noch mehrere Jugendliche in ihren Bann und zwangen sie, bei ihren Ritualen mitzumachen. Erschreckend, was für eine hypnotische Kontrolle diese gefährlichen Unmenschen über ihre Umwelt haben. Eine Falle der örtlichen Kripo, die Rocker in einen Kellerraum eines Lokals zu locken und dort zu verhaften, durchschauten die Terroristen ebenfalls, ein Eingreifen der Polizei wurde unmöglich, es mußte befürchtet werden, daß dasalle anderen Lokalbesucher als Geisel genommen und übel zugerichtet würden. Es scheint so als wären SIE durch nichts aufzuhalten.
Nachdem wohl nur Universitätsstädte angegriffen werden - die Horte der Zivilisation, die Wiegen der Kultur und der Technik scheinen diesen Zerstörern ein besonderer Dorn im Auge zu sein - sind dem Alphabet nach noch Bamberg, Bayreuth und vielleicht noch Eichstätt vor Passau an der Reihe, die Universitäten in Nürnberg-Erlangen und München sind ja auf Jahre hinaus schon schwer geschädigt. Sollten die Rüpel ihr Unwesen dort genauso professionell und effizient betreieben, sehe ich keine Hoffnung für unser schönes Passau. Bürger, habt Mut und bereitet euch auf euer schweres Schicksal vor, erfleht den Segen Gottes und der Madonna (Spenden werden in Altötting gerne entgegengenommen).
In Sorge, MvA
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