Mittwoch, 2. Juli 1997 DM3,80 SF4,10 ÖS30,00 Seite 1

BLÖD
Abhängig, Parteiisch undÜberhaupt

Justizskandal in Weinheim!
Geldwäsche bei der Polizei!

donc - Nach den in letzter Zeit publik gewordenen Justizskandalen in Ostdeutschland berichten wir nun von einem Fall der dies alles noch bei weitem in den Schatten stellt.

Ein Motorradfahrer, der für seine umsichtige, rücksichtsvolle und gesetzestreü Fahrweise bekannt ist, wurde von der Gemeinde Weinheim unter Androhung von üblen Repressalien ("Wir lochen sie ein, und glauben sie ja nicht, daß wir sie je wieder rauslassen!") um eine gigantische Summe gebracht.

Man ging teuflisch niederträchtig vor : Man schickte dem Biker aus nichtigem Anlaß (Verursachung von Lärm) eine Anhörung, sowie den Hinweis daß 40.- DM zu zahlen seien.

Als der Biker ein gut begründetes Antwortschreiben schickte, in dem er genialst begründete warum das Ordungsamt ganz offensichtlich sowohl in der Sache selbst, als auch in der belangten Person im Unrecht sei, schickte man einen schwerstbewaffneten Schergen der den unschuldigen Bürger überrumpeln sollte.

BLÖD gelang es das Gespräch aufzuzeichnen :

GVB : "Guten Tag. Ich komme wegen ihrem Schreiben."

D.T. (Name der Redaktion bekannt) : "Aha. Und ?"

GVB : "Ja, also sie schreiben hier sie wären nicht gefahren..."

D.T.: "Das hab ich nicht geschrieben"

GVB : "Hmm. Aber sie schreiben, daß sie nicht mehr wissen wer gefahren ist."

D.T.: "Richtig."

GVB : "Aber sie beschreiben hier genau wie der Vorfall abgelaufen ist."

D.T.: "Nein, ich mache auf allgemeingültige Fakten, die bei jeder Motorradfahrt zutreffen, aufmerksam."

GVB : "Also ich hab folgendes gesehen : Sie sind..."

D.T. : "Ich ?"

GVB : "Mit ihrem Motorrad ist jemand mit etwa 80 km/h auf die Radarfalle zugerast und hat kurz davor mit blockierendem Hinterrad so stark gebremst daß es eine große blaue Qualmwolke gab, ist dann vorbeigefahren, hat danach Vollgas gegeben und ist mindestens 10 Meter lang mit dem Vorderrad einen Meter in der Luft weggerast."

D.T.: "Klingt spektakulär.

GVB : "Ich kann das bezeugen, mein Kollege kann das bezeugen und das gesamte Personal des Zulassungsamts, das gegenüber ist kann das bezeugen. Die haben mich gefragt was das denn für ein Mordsradau war, als ich kurz danach die Zulassungsstelle betreten habe."

D.T.: "Naja, das klingt alles wie reichlich subjektive Aussagen."

GVB : "Wenn die Radarfalle weiter vorne gestanden hätte, wäre der Fahrer 2 Monate den Füherschein los !"

D.T.: [Denkt : "Nein, dann hätte der Fahrer weiter vorne angefangen zu bremsen"] "Na aber so haben sie gar nix, kein Foto, keine Lärmmessung..."

GVB : "Ja, also, wenn wir uns nicht einigen, geht das an den Staatsanwalt."

D.T.: "Naja, dann einigen wir uns halt auf 20.- DM."

GVB : "Das geht nicht!"

D.T.: "Ich zahl doch nicht 2 mal 20 DM für das gleiche Delikt, das ich noch nicht mal begangen habe. Dann geben sie es halt dem Staatsanwalt, ich bin rechtsschutzversichert, außerdem wird das eh eingestellt." [Denkt : "Sobald der Typ weg ist muß ich mich rechtsschutzversichern"]

GVB : "Hmm. Also gut, ich lasse den einen Vorwurf fallen."

D.T. : "Gut, dann zahle ich den anderen."

GVB : "In Zukunft machen sie sowas nicht mehr!"

D.T.: [Denkt: "Hmm, soviel Spaß hatte ich lang nicht mehr für 20 DM."] "Auf Wiedersehen!"

Fazit : Üble Abzocke ohne jede Rechtsgrundlage!

Wir rufen daher zu einer Spendenaktion für den betroffenen Bürger auf, der enorme Summen braucht um sich von diesem Schock zu erholen. [Mittels eines langen Urlaubs in Südtirol o.ä.]

Gerüchte daß der Bürger ein Mitglied der gefürchteten RRR sei und die ganze Aktion eine Maßnahme zur Verringerung ihrer finanziellen Mittel war, sind unserer Meinung nach übelste Verleumdungen die jeder Grundlage entbehren.

BLÖD immer für Sie dabei!

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