Mittwoch, 27. März 1996 DM3,80 SF4,10 ÖS30,00 Seite 1
Abhängig, Parteiisch und Überhaupt
CHAOS und TERROR in Deutschland!Von unserem Süddeutschland-Sonderkorrespondenten Harry Schnell-Hurtig aus Freiburg.
Wie nun bekannt wurde, hatte sich die Rockerbande aus ganz Deutschland zusammengefunden, um die Hochzeit jenes besagten Hardy S. und jener Kristina P.-S. zu feiern.
Es sollen Rocker von der Waterkant, aus Berlin und aus dem Bodenseeraum gesehen worden sein, und sogar von einem Internationalen, mit nichtlesbarem, weil zu kleinem Nummernschild, wurde berichtet. Jener soll vor sich vor allem durch das Verblenden von Ordnungshütern mit einer illegalen Lampenausstattung an seinem Motorrad hervorgetan haben.
"Diese geographisch weite Streuung," so Herbert K.Otz, Experte für Organisiertes Erbrechen am Polizeihauptkommissariat in Köln, "läßt auf ein besonders raffiniertes und schnelles Kommunikationssystem schließen, das die Rocker benutzen. Es ist uns bis heute nicht gelungen, einen Mann einzuschleusen oder uns Zugang zu diesem System zu verschaffen. Wir wissen nur, daß die Ankündigung des Überfalls auf Aachen und Köln sehr kurze Zeit zuvor erfolgt sein muß."
Unser Reporter hat an der Raststätte Hunsrück an der A61, welche die meisten der Rocker aus dem süddeutschen Raum benutzt haben dürften, einen jener tapferen Straßenkämpfer befragt, die noch am Samstag abend völlig verdattert von der Begegnung mit den Rockern an der Theke saßen:
"Hinter mir haben die Kumpels panikartig um Hilfe gefunkt, es kämen wieder zwei der Irren. Dann habe ich sie Rückspiegel gesehen: einer war der mit den Lampen! Ich habe mir ein Herz gefaßt und ihm in den Weg geworfen, was ich grad da hatte: eine Bananenschachtel. Jeder normale Fahrer hätte sich zu Tode erschreckt, aber der wilde Kerl ist einfach über die Schachtel gedonnert, und der andere mit einer furchterregend schwarzen Maschine auch. Ich kann es noch immer nicht fassen."
Was für Hindernisse man den Rockern immer in den Weg stellt, sie überwinden sie ohne Weiteres und scheinbar ohne Skrupel, sie schrecken nicht einmal von einem Angriff auf ein SEK der Polizei zureuck. Sind die Rocker unverwundbar?
Heute nun hat ein BMW-Fahrer in der Redaktion angerufen und erschreckt von einem Rocker auf der A5 zwischen Karlsruhe und Basel berichtet, der ihm einen wahren Feuerstrahl entgegengeschickt habe, als er ihn freundlich zum Freimachen der Überholspur aufgefordert habe. Das Nummernschild habe er leider nicht lesen können, es sei zu klein gewesen.
Auch wenn nun klar ist, daß dieser einzelne Rocker derjenige aus dem Ausland gewesen sein muß, das Rätselraten um das Feuer bleibt. Haben die Rocker übersinnliche Kräfte? Sind die "martialischen Gestalten", von denen ein Passant in Aachen entsetzt berichtete, gar nicht von unserer Welt?
Lesen in der nächsten Ausgabe von BLÖD: TERROR UND CHAOS IN KÖLN!!!!
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