Über die R100GS-PD
Bei Kilometerstand 170.000 habe ich sie grundlegend renoviert und auf Doppelzündung umgebaut.
Die R100GS-PD habe ich bei Kilometerstand 38.000
gekauft. Was sie vorher bereits für Reparaturen hinter sich hatte,
weiss
ich leider nicht.
Bei mir hatte sie folgende schwerwiegende Defekte:
Der Lichtmaschinenrotor:
- km 50.000 - ersetzt durch einen gebrauchten, der etwa 2000 km
hielt:
- km 52.000 - ersetzt durch einen neu gewickelten, der nicht
richtig vergossen war:
- km 55.000 - ersetzt durch einen Neuen
- km 133.000 - ersetzt durch einen neu gewickelten, der immer noch
funktioniert
Kreuzgelenke der Kardanwelle:
- km 40.000 - ersetzt durch eine gebrauchte Welle
- km 61.000 - ersetzt durch eine neue Welle
- km 95.000 - ersetzt durch eine neue Welle
- km 126.000 - überholen lassen, ab jetzt mit abschmierbaren
Gelenken
Das Getriebe:
- km 61.000 - Lagerung Ausgangswelle defekt, alle Lager ersetzt
- km 110.000 - Lagerung Ausgangswelle defekt, alle Lager und Welle
ersetzt
Leider tritt dieser Mangel mit erschreckender Häufigkeit auf.
Siehe auch
Tunesien-Reisetips
Das Federbein:
- km 50.000 - ersetzt durch ein neues Serienfederbein
- km 110.000 - ersetzt durch ein Oehlins-Federbein, das auch nicht
länger hielt, als das serienmässige und sich entgegen der
Darstellung im Prospekt nicht reparieren liess - jedenfalls nicht unter
Neupreis ...
daher:
- km 170.000 - ersetzt durch ein White-Power Federbein
Die Gabel:
- km 50.000 - Umrüstung auf Doppelscheibenbremse
- km 120.000 - White-Power Gabelfedern
- km 140.000 - ein Tauchrohr ersetzt, es war von innen riefig
geworden,
dadurch stieg das Losbrechmoment enorm an.
Der Motor:
Hier gibt es wenig zu berichten:
- km 95.000 - ein Kipphebellager
- km 110.000 - vorbeugend neue Ventile, neuer
Kurbelwellensimmering, neue Ölpumpe
- km 120.000 - vorbeugend neue Steuerkette
- km 126.000 - Zündsteuergerät defekt, ersetzt durch ein
gebrauchtes
- km 170.000 - komplett überholt mit Siebenrock-Zylindern und
Doppelzündung
Regelmäßige Wartung:
- Die Ventileinstellung wird alle 5000-10000 km kontrolliert, eine
Einstellung ist nur selten notwendig.
- Ölwechsel (Motor+Getriebe+Endantrieb) alle 8.000-10.000 km
Und sonst?
Verschleißteile wie Bremsbeläge wurden natürlich
öfter mal gewechselt und einige Züge mussten getauscht
werden. Kolben, Lager und Zylinder im Motor sind noch nicht bearbeitet,
ebenso z.B. das Lenkopflager und Bremsscheiben.
Bei km 170.000 habe ich mich zu einer Komplettüberholung
entschlossen.
Der Reifenverschleiß hielt sich in
Grenzen:
(Alle Angaben in Kilometer: Von - Bis = Laufleistung)
Vorderreifen Metzler Enduro 4:
- 52.000 - 65.000 = 13.000
- 88.000 - 98.000 = 10.000
Vorderreifen Michelin T66:
- 38.000 - 52.000 = 14.000 (war bei Kauf montiert, wahrscheinlich
also >> 14Mm)
- 65.000 - 88.000 = 23.000
- 98.300 - ...... = > 20.000 bis jetzt.
Hinterreifen Metzler Enduro 4:
- 57.000 - 67.000 = 10.000
- 80.000 - 89.000 = 9.000
- 89.000 -109.000 = 20.000
Hinterreifen Michelin T66:
- 40.000 - 57.000 = 17.000
- 67.000 - 80.000 = 13.000
- 109.000-....... = >10.000 bis jetzt
Barum ED 9 T
- Vorne wie hinten etwa 9500 km - hinten fährt er dann
allerdings
schon auf dem Mittelsteg
Folgendes Zubehör habe ich ausprobiert:
- Doppelscheibenbremse: ca. DM 1600.-, liefert
sehr
empfehlenswert!
- Kofferträger&Koffer: Original BMW,
haben bis auf den Auffahrunfall auch den Trip nach Tunesien schadlos
überstanden
- Zega-Aluboxen: Da der Träger an der R1100GS die
gleiche Form hat, passen die Aluboxen auch an die PD
- Tankrucksack: Wegen des Staufachs der
Original-BMW. Teuer und durchdacht, aber leider lange nicht so stabil
wie z.B. ein Harro.
- Radio: In's Staufach der PD passt ein Autoradio.
Mit einer selbsgebauten Fernbedienung auch während der Fahrt zu
steuern. Entweder, man mag es, oder nicht ;-)
- Oehlins-Federbein: Einfach gut, zumindest,
solange es funktioniert. Meines sollte nach 60.000 km bei der
Komplettüberholung des Motorrades ebenfalls überholt werden.
Da waren Teile angeblich nicht mehr lieferbar und es hätte laut
Oehlins einiges ausgetauscht werden müssen. Die Reparatur
wäre teurer gewesen, als der Neupreis, die Fernbedienung für
die Federverstellung wäre dabei auch auf der Strecke
geblieben! Warum man so ein Federbein als "Reparabel" bezeichnet, ist
mir
schleierhaft. Es hält also nicht länger als das
vielgescholtene
Serienfederbein. Diesmal durfte daher der Wettbewerber ran:
- White-Power-Federbein: Funktioniert ebenfalls
- Doppelzündung,
selber gebaut
Dazu noch ein paar mehr oder weniger Nutzlose Kleinigkeiten wie z.B.
runde Ventildeckel, eine Einzelsitzbank, eine Zarges-Box als "Top-Case,
eine andere Getriebeausgangswelle etc.
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Bernd Forner, 09/2003